7 wichtige Fragen an Deine Beziehung

7 wichtige Fragen für Deine Beziehung

1. Frage - Wie gut kannst Du Körpersprache lesen?

Was bedeutet diese Körpersprache?

  • Er steht mit verschränkten Armen vor Dir.
  • Sie schaut Dir nicht in die Augen.
  • Er verdreht die Augen.
  • Sie schüttelt den Kopf.
  • Er zieht die Schultern hoch.
  • Sie reibt sich die Hände
  • Er kann nicht ruhig stehen.

 Was genau bedeutet es für die Beziehung? Was will er / sie Dir damit sagen? Oder noch viel wichtiger - was sagt er zu Dir dadurch?

Unsere Antworten auf diese Gesten und auf die Körpersprache hängt davon ab, was wir in der Vergangenheit damit verbunden haben bzw. wie wir es decodieren. So kann Hände reiben vieles bedeutet, wie z.B. "Mir ist kalt" bis "Großartig" oder "Ich bin nervös". Verschränkte Arme können ein Zeichen der Reserviertheit, der Abwesenheit sein oder ein Zeichen dass Dein Partner Dir genau konzentriert zuhört. Ein Kopfschütteln oder ein Kopfnicken können was mit dem zu tun haben was Du gesagt hast, oder mit dem worüber Dein Gegenüber gerade nachdenkt. Dein Satz kann in deren Kopf etwas ausgelöst haben an Gedanken und somit ist er/sie ganz woanders. 

Wie würdest Du z.B. das Gesicht im folgenden Bild "lesen" - wie ist die Stimmung dieses Mannes? 

Nonverbale Kommunikation - wie gut kannst Du seinen Gesichtsausdruck deuten?

Mehr als 80% der Kommunikation zwischen Menschen ist nonverbal. Daher ist es wichtig, auf den nonverbalen Teil der Kommunikation zu achten. Der Gesichtsausdruck, die Bewegung der Arme und Hände, wohin die Augen sehen, sagen viel aus über das, was in Deinem Partner / Deiner Partnerin vorgeht.

Nonverbale Kommunikation ist zum Beispiel

  • Gesichtsmimik,
  • Körperhaltung,
  • Armbewegungen,
  • Augensprache,
  • Mundbewegungen,
  • Pfeifen,
  • Atmen,
  • Beinstellung, etc. 

Wie kann ich diese Körpersprache deuten bzw. verstehen? 

Zuerst solltest Du Deinen Partner beobachten, um festzustellen welche Formen der nonverbalen Kommunikation er benutzt. Dann solltest Du ihn fragen, was diese Körperhaltung oder Geste bedeutet. Wenn dies schwierig ist bzw. nicht geht, dann bitte ihn Dich zu spiegeln. Er/Sie soll das machen was Du machst und erraten was es bedeutet.

Wieso ist es so schwierig Körpersprache zu lesen?

Durch die Nutzung von Smartphones hat sich auch bei Beziehungen einiges geändert. Wir berühren laut einer aktuellen Studie unser Smartphone zwischen 2.000 und 5.000 mal am Tag. Unabhängig davon verbringen wir mehrere Stunden täglich mit anderen Menschen über Facebook, Twitter, Instagram und Whatsapp. Leider machen uns diese Apps auch süchtig. Wir wollen immer mehr davon ohne es  zu merken.

Je mehr Zeit wir mit Apps, Social Media bzw. im Internet verbringen, desto weniger üben wir uns in der nonverbalen Kommunikation. Wir verlernen damit mit der Zeit unser Gegenüber zu deuten. Jeder Mensch hat eine Vielzahl an eigenen Mimiken und Körperhaltungen, die wir lernen sollten zu deuten. Bei unserem Partner / unserer Partnerin ist dies noch viel wichtiger, da wir sonst keine Nähe und Intimität miteinander aufbauen können.

Was kann ich tun, wenn es nicht klappt?

Pantomime-Beziehungskarten helfen dabei Eure Aufmerksamkeit auf die nonverbale Kommunikation miteinander zu lenken.

Beziehungskarte Ich liebe Dich Pantomime

 Wie stellst Du Liebe pantomimisch dar? Wie kann Dein Partner an Deiner Körperhaltung erkennen, dass Du ihn liebst? Frage Dich selbst ob und wie oft Du zuhause die Hände verschränkst, ob Du ihn/sie in die Augen schaust und wie viel Du lächelst im Alltag? 

Kennst Du das Vorspiel für verbale Kommunikation?

Positive nonverbale Kommunikation im Beziehungsalltag ist eine Kunst und ein wichtiger Bestandteil der Beziehungspflege. Die nonverbale Kommunikation ist oft das Vorspiel für die verbale Kommunikation. Laut einer Studie des Beziehungsforschers John Gottman brauchen wir 5 mal soviel positive wie negative Kommunikation jeden Tag. Dabei ist vor allem positive Kommunikation im Sinn von körperlicher Kommunikation (Küssen, Umarmen, etc.) ein großer Teil der positiven nonverbalen Kommunikation. 

Was bringt uns das Kommunikations-Werkzeug Pantomime?

Im Alltag ist es wichtig den Partner / die Partnerin "lesen" zu können. Lesen bedeutet hier, dass Du die Gesichtsausdrücke richtig interpretierst und die Körpersprache deuten kannst. 

Die Pantomime-Beziehungskarten enthalten lustige Aufgaben, die ihr miteinander löst. Die meisten Paare berichten davon, wie schon es war wieder einmal miteinander zu lachen und einfach nur Spaß zu haben. 

Beziehungskarte Pantomime nonverbale Kommunikation Fragekarte

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2. Frage: Versteht er Dich?

Stelle Dir vor, dass Du den Schlüssel zu Eurer Kommunikation als Paar verloren hast. Egal was er sagt, du verstehst ihn nicht. Egal was sie sagt, du bist Dir nicht sicher worauf sie hinaus will? 

Dann gibt es Probleme beim Entschlüsseln der von euch gesendeten Botschaften. Das kann viele verschiedene Gründe haben. Ein oft erwähnter Grund, den ich auch in der Mediation mit Paaren erlebe, ist das Begriffe verschieden verwendet werden. Wir verwenden einen Begriff und belegen ihn mit unseren Werten und unserer Geschichte. Doch die Geschichte und Werte des Partners / der Partnerin sind ganz anders. 

Ohne Entschlüsseln ist es schwer möglich miteinander Lösungen zu finden. Entschlüsseln ist das Kommunikations-Werkzeug, dass Du brauchst damit Du verstehst was Dein Partner mit einem bestimmten Begriff eigentlich meint. 

Zum Entschlüssen braucht es Geduld. Entschlüsseln setzt voraus, dass Du

1) zuhörst und - sehr wichtig -

2) nachfragst. 

In der Beziehung ist es wichtig Alltagsbegriffe wie

  • Ordnung,
  • Pünktlichkeit,
  • Sicherheit,
  • Liebe,
  • Sex

immer wieder zu entschlüsseln. Nicht zuletzt weil sich die Bedeutung eines Begriffes mit der Zeit ändert. Die regelmäßige Entschlüsselung fällt uns oft schwer, weil wir gar nicht wissen wo wir anfangen sollen. 

Dabei helfen Dir die Beziehungskarten. Sie geben Dir ein Gerüst vor, wie Du zuhören und nachfragen und damit entschlüsseln ohne Stress ausprobieren kannst. 

 

Sieh Dir z.B. die folgende Beziehungskarte an und frage Dich WIE Du Deinem Partner Zärtlichkeit umschreiben würdest,

  • ohne das Wort Zärtlichkeit zu verwenden
  • so dass es klar ist worum es geht
Denn oft verwenden wir Begriffe ohne sie für uns selbst klargelegt zu haben. Und dies ist in einer Beziehung erforderlich, damit ihr euch versteht wenn ihr etwas sagt. 

Entschlüsseln von Begriffen in der Partnerschaft

Wie kann ich die Beziehungskarten verwenden?

Mit den Entschlüsselungs-Fragekarten kannst Du Dir auf 20 Entschlüsselungsfragen die wichtigste Frage für Dich heraussuchen. Stelle Sie Deinem Partner und schau was passiert. Dann ist er an der Reihe sich eine Frage aus dem Beziehungskoffer auszusuchen. 

Was bringt Entschlüsseln meiner Beziehung?

Mit diesem Kommunikations-Werkzeug  erlebst Du wie mehr Klarheit, Struktur und Ruhe in Deine partnerschaftliche Kommunikation einzieht. Darüber hinaus ergibt sich durch die Beziehungskarte die Chance über wichtige Beziehungsthemen miteinander zu sprechen. 

Wo finde ich Entschlüsselungs-Beispielfragen?

In der Beziehungsreise gibt es 20 verschiedene Entschlüsselungsfragen.

 

3. Frage: Wie gut kennt Dich Dein Partner?

Auf einer Skala von 1-10 wie gut kennt Dein Partner? Was weiß er über Deine Wünsche, Deine Bedürfnisse und Deine Ziele? Je höher  die  Zahl desto glücklicher die Beziehung. 

Beziehungsforscher gehen davon aus, dass wir unsere Beziehung wie eine Freundschaft pflegen sollten, damit die Beziehung auf Dauer Bestand hat. Daher sollte wir voneinander so viel wissen, dass wir einander lesen können wie ein Buch bzw. wie eine Schatzkarte. 

Kennst Du seine / ihre Partnerlandkarte?

Ein wesentlicher Baustein für eine stabile Beziehung ist die Kenntnis der gegenseitigen Partnerlandkarte. Damit ist gemeint, dass wir wie bei guten Freunden alle wichtigen Aspekte des Lebens voneinander kennen. Darüber hinaus geht es darum, dass wir uns für einander und die gegenseitigen Vorlieben interessieren.

Dieses Wissen ist laut Beziehungsforscher John Gottman einer der 7 wesentlichen Grundbausteine für eine glückliche Beziehung. Wenn wir uns so gut kennen und uns so sehr füreinander interessieren wie für gute Freunde, dann füllt sich unsere gegenseitige Partnerlandkarte mit Wissen. 

Was genau ist eine Partnerlandkarte?

Die Partnerlandkarte ist eine innere Karte, die gefüllt ist mit Wissen über unseren Partner. Wie eine Schatzkarte die zum Schatz führt, geht es bei der Partnerlandkarte darum den Weg zum Herzen meines Partners gut zu kennen.

Kennst Du den Weg zu seinem / ihrem Herzen?

Der Weg zum Herzen ist am Anfang leicht und wird mit der Dauer der Beziehung oft verschlungen und manchmal unsichtbar. Warum ist das so? Einer der Gründe ist, dass das gegenseitige Zuhören schwieriger wird. Unsere Fähigkeit einander zu verstehen und zu entschlüsseln nimmt ab. Zudem mag sich der Weg zum Herzen ändern, wenn sich unsere Lebensbedingungen ändern.

Wenn Kinder wie eine Bombe in die Beziehung einschlagen, verändert sich die Beziehung zum Beispiel grundlegend. Aus 2 Personen sind 3 oder 4 Personen geworden. 70% der Frauen stellen im ersten Jahr nach der Geburt des ersten Kindes fest, dass sie wesentlich unzufriedener mit ihrer Beziehung sind. Einer der vielen Gründe dafür, ist dass viele Frauen sich von ihren Männern mit der Kindererziehung eingelassen fühlen. Oder sie merken, dass ihre Männer sie einfach nicht verstehen. 

Was tun, wenn er mich nicht mehr versteht?

Dann ist es an der Zeit die Partnerlandkarte neu aufzustellen. Dies könnt ihr mit einer Beziehungsreise machen. Auf einer gemeinsamen Reise durch 20 verschiedene Beziehungskarten erlebt ihr die Reise von der Beziehungswüste bis ins Beziehungsparadies. Und erneuert dabei so ganz nebenbei miteinander die Partnerlandkarte. 

Wie sieht die Beziehungsreise aus? Hier ein kleiner Überblick des Spielfeldes

Partnerlandkarte kennenlernen durch die Beziehungsreise

Welche Wissensfragen sind für meine Beziehung wichtig?

Es sind die Fragen bei denen es um Eure Wünsche, Bedürfnisse und Ziele geht. Ihr könnt aus 170 Fragekarten die Fragen aussuchen, die zur Zeit für Eure Beziehung am wichtigsten sind. Darunter sind 40 verschiedene Wissensfragen. Hier einige Beispiele: 

Kennst Du die Antwort auf diese Fragen? Dein Partner auch?

Beziehungskarten und Wissensfragen zur Partnerlandkarte

4.Frage: Wie gut kannst Du zuhören?

Ein wesentliches Kennzeichen vom Zustand einer Paarbeziehung ist deren Kommunikationsdichte. Am Anfang einer Beziehung wird alles gehört, was der Partner / die Partnerin von sich gibt. Im Laufe der Zeit nimmt die Fähigkeit zuzuhören ab, da sich Kommunikation aufgrund von Wiederholungen abnutzt. An diesem Punkt setzt aktives Zuhören an.  Das Ziel des aktiven Zuhörens ist es, das Du Dich von Deinem Partner / Deiner Partnerin nicht nur gehört, sondern auch verstanden fühlst.

Wie genau funktioniert Aktives Zuhören?

Die Aufgabe „Aktives Zuhören“ besteht aus der Beantwortung der Fragen und der Wiederholung des gehörten Inhalts durch Deinen Partner.  Die Fragen gehen auf Bedürfnisse und Gefühle in der Beziehung ein.  Aktives Zuhören ist daher nicht immer einfach. Umso wichtiger ist es, dass Ihr Euch gegenseitig nicht unterbrecht!

Beziehungskarte Glück in der Beziehung und Aktives Zuhören

Der TEST: Wie gut kannst Du zuhören?

Das nächste Mal wenn Dir Dein Partner was erzählt versuche 3 Minuten lang zuzuhören OHNE zu unterbrechen. 3 Minuten sind lang, wenn Dir dauernd Antworten, "ja aber" oder Lösungsvorschläge in den Sinn kommen. 

In einem nächsten Schritt versuche nicht diesem Drang eigene Fragen zu stellen nachzugeben. Stelle nur Fragen, die zur Aufklärung dessen dienen was Dir erzählt wurde. Frage solange nach bis Du ziemlich genau wiederholen könntest, was Dir erzählt wurde.

In einem letzten Schritt versuchst Du mit Deinen Worten zusammen zu fassen was Du gehört hast. Wenn Dein Partner Dir bestätigt dass Du es korrekt bzw. vollständig erfasst hast, dann hast Du aktiv zugehört. 

Was bringt mir aktives Zuhören in der Beziehung? 

Durch aktives Zuhören ensteht Nähe und Intimität. Zuerst wird alles langsamer dadurch dass keiner den anderen unterbricht. Durch die volle Aufmerksamkeit fühlt sich Dein Partner gehört. Durch Deine Fragen fühlt er sich verstanden. 

Wichtig ist meiner Ansicht nach, dass aktives Zuhören nicht bedeutet, dass Du automatisch einverstanden bist mit dem was gesagt wurde. Vielmehr hast Du erreicht, dass sich Dein Gegenüber verstanden und gehört fühlt. In einer Beziehung entsteht dadurch Nähe und Intimität. 

 

Was bringt uns die Beziehungskarten „Aktives Zuhören“?

Neben den oben beschriebenen Schritten geht es bei den Beziehungskarten um Inhalte, die für Beziehungen von Bedeutung sind. Die Fragekarten enthalten Themen, die in den meisten Beziehungen eine Rolle spielen, jedoch selten bewusst besprochen werden.

Durch den Fokus auf Beziehungsthemen ist es auch möglich quasi nebenbei aktives Zuhören miteinander zu üben. Dadurch wird es einfacher es später in den Beziehungsalltag zu integrieren und anzuwenden.

Diese Beziehungskarten sind eine weitere Ergänzung der Partnerlandkarte.  Es gibt im Beziehungskoffer 30 verschiedene Karten mit denen aktives Zuhören erlebt werden kann.

5. Wie gut kennt ihr euch wirklich? 

Jeder Mensch hat einen bestimmten Eindruck von sich selbst und den eigenen Fähigkeiten. Diesen Eindruck bezeichnet man als das Selbstbild. Der Eindruck muss nicht übereinstimmen mit dem Bild, dass andere Menschen von uns haben. Dieses andere Bild ist das Fremdbild. 

In einer Beziehung weicht das Selbstbild oft vom Fremdbild ab. Je länger wir zusammen sind, desto größer werden diese Abweichungen oft. Beziehungsstudien zeigen, dass wir z.B. bei der Hausarbeit oder bei Arbeiten die mit dem Aufziehen von Kindern zusammenhängen meistens davon ausgehen, dass wir mehr machen als der/die Andere. Interessanterweise gilt dies für beide Partner einer Beziehung. 

Mit anderen Worten das Selbstbild weicht hier oft vom Fremdbild ab. Gerade bei Fragen wie Ordnung, Pünktlichkeit, Sex, und Finanzen kommt es oft zu Auseinandersetzungen weil wir annehmen, dass unsere Position "besser" ist als die des Partners. 

Dabei sind Beziehungskonflikte oft Wertekonflikte hinter denen verschiedene Wertesysteme stehen. Die Selbstbild/Fremdbild Beziehungskarten helfen Euch dabei über diese Wertesysteme zu sprechen und Eure Vorstellungen abzugleichen. 

Beispiel einer Beziehungskarte zum Thema Wertschätzung

Beziehungskarte Selbstbild/Fremdbild und Wertschätzung

Was denkst Du von Dir selbst? Und was von Deinem Partner? Welchen Wert würde er/sie Dir geben? Vergleicht die Werte miteinander und versucht die oben beschriebenen Schritte des aktiven Zuhörens dabei anzuwenden. Viel Spaß beim Ausprobieren. 

 

Glück und Liebe in der Beziehung Beziehungskarte Aktives Zuhören

Das Ziel dieser Aufgabe besteht darin, durch den vorgehaltenen Spiegel Abweichungen in der eigenen und fremden Sicht zu entdecken. Eure Perspektiven treffen aufeinander und führen zum Gespräch über die Übereinstimmungen und Abweichungen. Die möglichen Gesprächsthemen reichen von lustigen Dingen, über ernste Themen, bis hin zu Dingen, über die Ihr noch nie nachgedacht habt.

Miteinander oder nebeneinander leben in der Beziehung?

6.Frage: Wie viele Minuten am Tag redet ihr bewusst miteinander?

 Bei dieser Frage geht es darum ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass in den meisten Beziehungen jeden Tag nur wenige Minuten für aufmerksamen Kontakt miteinander zur Verfügung stehen.

Egal ob es ein stressiger Beruf, eine Distanzbeziehung oder kleine Kinder sind - wir haben oft nicht viel Zeit um miteinander zu sprechen. Oder was mehr der Realität entspricht - wir nehmen uns nicht bewusst Zeit um miteinander über die Dinge zu sprechen die uns berührern.

Hier geht es mir weniger darum tiefgehende Gespräche zu führen. Vielmehr geht es um Alltagsrituale die Euch Zeit miteinander geben, in der beide einander zuhören.

Das kann am Abend sein nachdem die Kinder im Bett sein. Oder beim Abendessen, wenn wir uns erzählen was heute los war. Beim Einschlafen wenn einer den anderen fragt, was heute das Schönste war. Für jeden ist es in der Beziehung ein anderer Moment und ein anderes Ritual. 

Wie kann ich herausfinden wann wir wieviel miteinander reden?

Ich habe dafür eine Paarkommunikations-Analyse entwickelt mit der Ihr einen ersten Überblick über die Themen erlangt, über die Ihr täglich miteinander redet. 
Zudem geht es darum, gemeinsam Kommunikations-Schwachpunkte im Alltag zu identifizieren. 

Die Paarkommunikationsanalyse ist Teil des Beziehungskoffers. Ihr erhaltet zwei Hefte, da jeder von euch aus der eigenen Sicht einen Analyse-Bogen ausfüllt.  Eine Anleitung in Papierform führt Euch Schritt für Schritt durch die Paarkommunikations-Analyse.

Dieser Bogen ermöglicht es Euch, im Laufe einer Woche die Dauer und Inhalte Eurer Kommunikation miteinander festzulegen. Durch den Analysebogen wird sichtbar

  • wann ihr miteinander sprecht
  • worüber ihr gesprochenn habt
  • und wie lange es gedauert hat. 

Es ist eine gute Grundlage um miteinander eine Bestandsaufnahme zu machen und basierend darauf die bestehenden Rituale zu überdenken. Oft gibt es den Anstoß in Zukunft was Neues auszuprobieren oder bestehendes wieder einzufordern.

In einem gemeinsamen Analyse-Bogen werden die gemeinsamen Resultate sichtbar gemacht. Für den Fall dass es Themen gibt, wo ihr neue Lösungen braucht bzw. bei denen Ihr nicht übereinstimmt gibt es im Beziehungskoffer die Mediation ohne Mediator. Dies ist eine Anleitung zur Konfliktlösung - auch in Papierform -  der ihr an die Hand genommen werden und Schritt für Schritt miteinander neue Lösungen erarbeitet. 

Wer sollte die Paarkommunikations-Analyse machen? 

Dieses Kommunikations-Werkzeug richtet sich an Paare, die schon einige Jahre miteinander zusammenleben. Damit ensteht ein Überblick über den Inhalt und die Dauer Ihrer partnerschaftlichen Kommunikation im Alltag.

Beziehungskarte und Mediation ohne Mediator - was machen wir wenn es kracht?

7. Frage: Was sollen wir tun, wenn es zwischen uns kracht? 

Paare holen sich zu spät Hilfe. Daher braucht es Hilfswerkzeuge, die rechtzeitig eingesetzt werden können. Nach dem Motto rechtzeitig drauf schauen das man es hat, wenn man es braucht. 

Die Mediation ohne Mediator ist die erste Anleitung zur Mediation zuhause, die Ihr ohne fremde Hilfe durchführen könnt. 

Wann brauche ich eine Mediation ohne Mediator?

Die Mediation ohne Mediator eignet sich Alltagskonflikte bei denen es um organisatorische Themen geht, deren Lösung eine Struktur braucht.

Durch die Papierform haben beide Zeit zum nachdenken und gemeinsame Lösungen zu entwickeln. Außerdem ensteht eine Verbindlichkeit und die Möglichkeit nach einiger Zeit zu schauen, ob die Lösung für beide passt. 

Der Ablauf

Zuerst einigt ihr euch auf das Thema, um das es gehen soll. Es sollte ein Thema sein, über das beide sprechen wollen und bei dem es eine Lösung braucht. Falls einer von euch einen Widerstand bei einem Thema spürt, kann es helfen ein zweites Thema danach zu behandeln, 

Das Ziel ist es, zu einem konkreten Problem gemeinsam eine Lösung zu erarbeiten. Durch den Austausch der Standpunkte zu einem gemeinsamen Thema erhält Dein Partner / Deine Partnerin die Chance, Deine Perspektive nicht nur zu hören, sondern auch nachvollziehen zu können. Am Ende des Ablaufs steht eine gemeinsam vereinbarte Regelung eines Paar-Themas.

Wie schaffen wir es miteinander eine Lösung zu erarbeiten?

In der Anleitung gibt es vorgegebene "Spielregeln", d.h. Regeln für den Ablauf. Dadurch wird sichergestellt, dass jeder von euch Zeit hat seinen Standpunkt darzulegen. Die oben beschriebenen Themen wie aktives Zuhören und Entschlüsseln sowie Fremdbild/Selbstbild kommen auch zur Anwendung. 

Am Ende sollte es zu einer Einigung kommen, die für euch beide passt. Dabei geht es eben nicht wie so oft beim Streiten um gewinnen oder verlieren. Es kommt durch die Anleitung zu einer Verlangsamung, die wie eine automatische Deeskalation wirkt. Dies ist die beste Voraussetzung für gegenseitiges Zuhören, Nachdenken und gemeinsames Lösungen finden. 

Wie funktioniert die Mediation ohne Mediator? 

Der Ablauf einer Mediation wurde erheblich vereinfacht und in Papierform gegossen. Jeder von Euch erhält ein eigenes Heft mit einer Schritt für Schritt Anleitung.

Was machen wir wenn wir es nicht schaffen?

Je nachdem wie hoch der Konflikt eskaliert ist, mag es sein dass es nicht (mehr) möglich ist einander zuzuhören. Gerade wenn ihr es nicht schafft Euch nicht zu unterbrechen bzw. die Bedürfnisse und Wünsche hinter den Positionen und Standpunkten zu erkennen, dann ist es ein Kennzeichen dafür, dass der Konflikt zu eskaliert bzw. zu weit fortgeschritten ist.

In dem Fall empfehle ich den Gang zu einem Mediator. Sollte es sich um ein Beziehungsthema handeln, dass immer wieder aufkocht, empfiehlt es sich einen PaartherapeutIn oder PsychologIn hinzuzuziehen.