7 Kommunikations-Werkzeuge

Wenn die Beziehung leidet

Steckt Deine Beziehung in Schwierigkeiten und es kann so nicht mehr weitergehen? Viele Paare erleben nach einigen Jahren den Zeitpunkt, wo sie sich fragen, ob sie sich den richtigen Traumpartner ausgesucht haben.

Oft hat sich die Kommunikation im Alltag so sehr abgenutzt, dass keiner mehr zuhört und vieles mißverstanden wird. Ein Kennzeichen dafür ist wenn es regelmäßig Streit gibt und beide den Eindruck haben, dass bei der Diskussion keine Lösung in Sicht ist.

Der Großteil der Paare, die ein paar Jahre zusammen sind finden sich in dieser Situation wieder. Entweder gibt es mehr Streit, oder viel Kritik aneinander. In anderen Paaren wird viel genörgelt oder gemauert.

An diesem Punkt brauchen Paare Werkzeuge, damit die Beziehung wieder in Schwung kommt. Egal welche Beziehungs-Baustelle gerade weh tut. Dabei geht es oft primär um die Elementarbausteine der Kommunikation. Diese sind neben (aktivem) Zuhören, Entschlüsseln oder Selbstbild/Fremdbild.

Was kann ich selbst tun?

Diese Frage stellen sich oft die Beziehungspfleger in der Beziehung. Das ist bei Euch die Person, die sich um die Beziehung kümmert indem Dinge angesprochen werden oder z.b. Freiräume organisiert werden.

Eine Möglichkeit einen Freiraum zu schaffen bzw. Dinge anzusprechen besteht darin die Partnerlandkarte der Beziehung miteinander anzugehen. Dabei geht es darum miteinander die wesentlichen Beziehungsfelder anzusehen und durchzusprechen wohin der gemeinsame Weg gehen soll.

Eine weitere Option besteht darin sich ein Kommunikations-Werkzeug auszusuchen das gerade in der Beziehung benötigt wird. In der alltäglichen Kommunikation sind dies z.B. aktives Zuhören, Selbstbild/Fremdbild oder Entschlüsseln. Für die mittelfristige Beziehungspflege ist es die Paarkommunikationsanalyse oder Wissensfragen. Bei Thmen der nonverbalen Kommunikation ist es Pantomime. Solte es um einen konkreten Alltagskonflikt gehen, kann es die Mediation ohne Mediator sein.

Die 7 Kommunikations-Werkzeuge

Mit den 7 verschiedenen Kommunikations-Werkzeugen im Beziehungskoffer habt ihr die Gelegenheit, eure Paar-Kommunikation weiter zu entwickeln. Das ermöglichen euch folgende Werkzeuge, mit denen Ihr eure Kommunikation miteinander spielerisch verbessern könnt:

 

Pantomime (Erlebe nonverbale Kommunikation)

Entschlüsseln (Begriffe und Werte in der Beziehung klären)

2er Fragen und

Wissen Sie es?

Aktives Zuhören

Selbstbild-Fremdbild

Paarkommunikationsanalyse

Mediation ohne Mediator

Wozu brauche ich Kommunikations-Werkzeuge in meiner Beziehung?

Beziehung nutzt sich mit der Zeit ab. Genauer gesagt, fällt es uns immer schwerer einander zuzuhören. In wissenschaftlichen Studien wurde festgestellt, dass wir uns bei Menschen die wir neu kennenlernen sehr viel mehr Mühe geben in unserer Kommunikation klar und ausführlich zu sein, als bei Menschen die wir tagtäglich sehen. Von unseren Lebenspartnern fordern wir ein, dass sie unsere Wünsche von den Lippen lesen können oder Gedankenlesen.

 

Kannst Du Gedanken lesen?

Nein, das kann ich nicht, wirst Du sagen. Was für eine eigenartige Frage. Dabei geht es mir darum zu zeigen, dass dies die Erwartungshaltung ist die wir oft an unseren Partner haben, wenn wir schon einige Jahre miteinander zusammen sind. Manche von uns glauben, dass wir die Stimmung unseres Schatzes in seinem / ihrem Gesicht ablesen können. Dies mag manchmal stimmen. Oft jedoch nicht.

Was macht es so schwierig dauerhaft viel miteinander zu kommunizieren?

 

  • Kommunikation nutzt sich ab: Die Kommunikationsdichte nimmt ab / wir können und wollen nicht mehr so gut zuhören, glauben aber dass wir es tun….

 

  • Wünsche und Gedanken von den Lippen lesen ist nicht möglich: Eine Ursache dafür, dass wir annehmen, dass unsere Partner uns besser verstehen, mehr zuhören und quasi blind verstehen können liegt laut einer Studie am Closeness Communication Bias. Bei Freunden nehmen wir fälschlicherweise an, dass diese uns besser verstehen. Daher kommunizieren wir weniger eindeutig und hören damit auf Dinge zu erklären, die nicht eindeutig sind.
  • Zuhören und Verstehen: Kommunikation zwischen Sender und Empfänger

Kommunikations-Schritte im Beziehungs-Alltag (Konrad Lorenz)

 

1.   Gedacht ist nicht gesagt

2.   Gesagt ist  nicht gehört

3.   Gehört ist nicht verstanden

4.   Verstanden ist nicht einverstanden

 

Übung für den Alltag:

Gehe die obigen 4 Schritte durch, indem Du Dir überlegst wo Du z.B. heute morgen mit Deinem Partner / Deiner Partnerin „hängen“ geblieben bist. Was funktioniert bei Euch gut? Was ist schwierig?


Nutze die 4 Schritte, um Dir selbst klar darüber zu werden, wo Du nachschärfen kannst. Der erste Schritt für eine gelungene Beziehungs-Kommunikation ist meiner Erfahrung nach die Selbstbeobachtung der eigenen Fähigkeit zuzuhören und Fragen zu stellen.


Erst wenn mein Gegenüber das Gefühl hat, dass ich ihn/sie wirklich verstanden habe, befinden wir uns miteinander im Kontakt. Das heißt nicht, dass ich mit dem was ich gehört und verstanden habe, einverstanden bin. Aber es bedeutet, dass mir sehr klar ist worum es geht. Dementsprechend kann ich darauf klarer reagieren.